Warum wurde darüber so lange geschwiegen?

Zwischen den 1950er und 1980er Jahren wurden in der Bundesrepublik ca. 10 Millionen Kinder zur Erholung in Kinderheime verschickt. Dort kam es häufig zu körperlicher und seelischer Gewalt. Viele Kinder machten damals Erfahrungen, die sie ihr Leben lang nicht mehr losließen. Eine Umfrage unter Betroffenen ergab, dass über 90 % negative Erinnerungen an ihre Verschickung hatten. Trotz aufwendiger Recherche für dieses Buch wurden nur wenige Betroffene gefunden, die positive Erinnerungen an ihre Verschickung haben.

Die Kinderheime waren in strukturschwachen, ländlichen Regionen wichtige Arbeitgeber. Daher war vor Ort bekannt, wie es den Kindern in den Heimen erging. Dennoch wurde über die Ereignisse in den Heimen geschwiegen. Beschwerden von Betroffenen wurden gerne als Einzelfall abgetan.

Die Insel Borkum war mit ca. 28 Kinderheimen ein zentraler Ort der Kinderverschickung. Daher gibt es viele Berichte von Betroffenen, die als Kind nach Borkum verschickt wurden. Ihre Erfahrungen werden durch Beschwerdebriefe von Praktikantinnen, die zahlreich in den Heimen arbeiteten, bestätigt.

Als Erinnerung an das Leid die Verschickungskinder wurde von Betroffenen 2025 auf Borkum eine Gedenkstätte geschaffen. 

25 €                                  

lieferbar ab Dezember 2026

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